Notiz-Blog

Februar 14, 2009

Yes, I scan

Filed under: Nicht kategorisiert — cdoelker @ 12:54 pm

To scan heisst nicht nur, wie neudeutsch scannen, ein Bild oder einen Text elektronisch abtasten. Erste Bedeutung ist „kritisch prüfen“, und im weiteren meint es „überfliegen“ im Sinne von „Schlagzeilen überfliegen“ (to scan the headlines).

Für den sich in der Informationsgesellschaft bewegenden Mediennutzer sind diese ersten beiden Bedeutungen von prioritärer Wichtigkeit. Er wird ja nicht mit einzelnen sporadisch auftauchenden Texten konfrontiert, sondern überschwemmt mit Medienbotschaften, gesprochenen und gedruckten, auditiven und visuellen. Kann er sich da überhaupt heraushalten und souverän umgehen mit dem bombastischen Überangebot?

By scanning, he can. Eben: die Angebote überfliegen im Hinblick auf allfällige Relevanz, allfällige Wichtigkeit, und dann die verbleibenden ausgewählten Texte kritisch prüfen. Eine klassische Zielsetzung der Medienpädagogik also.

Dabei zu bedenken: die Tätigkeit des Überfliegens ist an Raum gebunden, betrifft also nur räumlich fixierte Aufzeichnungen: Bilder oder Schrifttexte. Zeitgebundene Mediendarbietungen wie Hörfunk- und Fernsehsendungen lassen sich nicht auf gleiche Weise überfliegen, sobald der Inhalt der auditiven Information mit berücksichtigt werden soll. Eine aufgezeichnete Fernsehsendung kann ich zwar im Schnelllauf durchsehen, aber nur im Hinblick auf das Bild. Die Tonpiste muss ich in „realtime“ abhören, und bin dadurch gleichwohl dem fremdbestimmten Zeitablauf ausgeliefert.

Um also effizient und speditiv Medien nutzen zu können, gilt es, auf eine Verräumlichung der Information hin zu zielen. Print statt live. Nur so bestimme ich auch über die Zeit, die ich mir für das Überfliegen ein-räume.

Yes, I can.

Advertisements

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.